“If the news is that important, it will find me.”

Zitat eines Studenten in der New York Times im Jahr 2008

Die Nachricht war wichtig für mich und sie hat mich gefunden: Über Facebook habe ich vom zweitägigen Medienseminar „Wer bezahlt den Journalismus von morgen?“ der Bundeszentrale für politische Bildung erfahren. Eine Zusammenfassung meiner Notizen

Die Verlage und das Internet – das ist wie die uralte Geschichte von den alten Leuten, die über die jungen Leute schimpfen: Was ist nur aus euch geworden? In dieser „sich verändernden Medienwelt“ fragen sich die alten Verlage, die drinnen sitzen und nur zum Zeitung austragen aus dem Haus gehen, was dieses Internet bloß die ganze Zeit draußen treibt. Beziehungsweise wie es verdammt nochmal ohne Geld in der Hosentasche auf dem harten Pflaster da draußen überleben will. Und das Internet so zu den Verlagen: Wie rechtfertigt ihr denn eure gedruckte Zeitung noch? Wird die nicht von alten Lesern für alte Leser produziert? Ich habe doch nichts mit der Zeitungskrise zu tun! Der Unterschied einer Zeitung von 1973 zu 2013 sind doch nur bunte Bilder, Alter!

Irgendwie muss guter Journalismus, wenn eine Demokratie sich ihn leisten möchte (und das möchte sie gefälligst!), auch in Zukunft bezahlt werden. Eine Gesellschaft, die Medien als vierte Gewalt ansieht, braucht exzellente Journalisten. Werden die alten Verlage noch lukrative Geschäftsmodelle im Netz entdecken oder setzen sich Crowdfunding-Modelle (zum Beispiel: http://www.krautreporter.de) oder stiftungsfinanzierter Journalismus durch? Tageszeitungen nur noch als Wochenzeitungen verkaufen und Tagesberichterstattung ins Internet verlagern? Wie sollen Reisekosten für Vor-Ort-Berichterstattung im Ausland finanzierbar bleiben?

Wir befinden uns in einer Transformationsphase, in der ein altes Modell nicht mehr und ein neues Modell noch nicht funktioniert. Und das ist für junge Journalisten sicher keine angenehme Situation. Ihren Traumberuf haben sie mit Passion und Idealismus gewählt: neutral, objektiv, Wichtiges von Unwichtigem trennen und niemandem in den Arsch kriechen. Nun stehen ihnen schlechte Verdienstmöglichkeiten und das „Zeitungssterben“ (das hört sich immer so nach Dinos fliehen vorm Asteroidenschauer an) gegenüber. Flexibilität und maximale Leistungsbereitschaft werden erwartet und das bei unverhältnismäßiger Bezahlung: weniger Geld bedeutet weniger Stellen, weniger Themen, weniger Recherche, weniger Qualität, weniger Leser. Die Zeitungen verknittern langsam und im Internet gibt’s kaum was zu verdienen. Junge Journalisten sind sozusagen am Arsch, in den sie nie kriechen wollten.

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